
Kinderstunden
Durch die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ca. 2010 für mich – neben meiner Arbeit als AHS Lehrerin – ein zweiter Tätigkeitsbereich entstanden, der sich nach und nach intensivierte. Was in der Freizeit mit den Kindern enger Freunde begann, wurde Schritt für Schritt zum Beruf, der mich mittlerweile vollkommen ausfüllt.
Der klassische Reitbetrieb sollte es für mich nicht sein. Es ist mir wichtig, ganz individuell den Charakteren der Kinder, aber natürlich auch denen unserer Pferde gerecht zu werden. Dazu braucht es eigentlich nicht viel. Man sagt, weniger sei manchmal mehr, und das trifft hier zu. Die wichtigste Zutat in der gelungenen Reiteinheit ist meiner Meinung nach unverplante Zeit, die Raum für Entwicklung schafft.
Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Pädagogin spricht mir das aus der Seele. Wie oft nörgeln wir über unser Schulsystem, das, um nur einen Kritikpunkt anzusprechen, durch überladene Lehrpläne ständigen Zeitstress für alle Beteiligten bedeutet. Neben der Zentralisierung und dem Bemühen um gleiche Bedingungen bleibt oft nur wenig Raum für die Individualität unserer Schülerinnen und Schüler. Dabei rückt oft das Wichtigste in den Hintergrund, dass Kinder mit neuen Inhalten konfrontiert werden, mit denen sie sich auseinandersetzen sollen. Dies braucht vor allem eines: ZEIT!
Diese Zeit wollen wir uns hier nehmen und Dinge so lange dauern lassen, wie sie dauern. Und wenn das manchmal bedeutet, dass wir den aufgebauten Parcours nach der zweiten Station nicht mehr verwenden, weil es einfach anders kommt als gedacht, dann haben wir nichts versäumt.
Kinder und Pferde
Pferde sind große, starke Freunde. Gleichzeitig sind sie sehr empfindsam und sensibel und spiegeln den Menschen, mit dem sie in Verbindung treten. Das hilft Kindern, die eigene Stimmung besser wahrzunehmen. Sie sind in ihrer Kommunikation direkt und vorurteilslos! Sie verstehen ihr Gegenüber auch wortlos. Sie haben sprichwörtlich einen „breiten Rücken“ und „starke Schultern“ und tragen uns. Ob im Schritt oder auch mal richtig wild, jeder individuelle Fortschritt steigert das Selbstvertrauen.
In meinen Gruppen sind die Kinder nur selten gleich alt. Es hat sich gezeigt, dass die jüngeren die Anwesenheit der großen sehr cool finden und auch die größeren durch ihre Vorbildfunktion über sich hinauswachsen und Seiten an sich entdecken, die sonst weniger zutage treten.
Reitunterricht für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters
Reiten ist Training an sich selbst, mental und am eigenen Körper!
Das ist neben dem Verständnis für die Bewegungsabläufe und die Verhaltensweisen der Pferde – im Besonderen der Islandpferde – einer der Eckpfeiler in meiner Arbeit mit Erwachsenen und Jugendlichen. Im Laufe der Zeit ist mir die Arbeit mit Erwachsenen mehr und mehr zum Herzensthema geworden. Es ist ein unglaublich spannendes Betätigungsfeld, das weit mehr inkludiert als es weitläufig scheint.
Erwachsene bringen deutlich mehr Vorerfahrungen mit als Kinder. Dazu gehören oft auch Ängste auf Grund negativer Erfahrungen. Es bestehen bereits bestimmte Schemata bei der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Nicht zuletzt ist auch Leistungsdruck ein Aspekt, der im Training von Erwachsenen eine Rolle spielt.
Beweglichkeit, Stabilität, Balance und Koordination gehören zu den wesentlichen Anforderungen an den Körper des Reiters und der Reiterin.
Der Aufbau von Vertrauen und einer positiven Mensch-Pferd-Beziehung, persönliche Fehlertoleranz, eine realistische eigene Körperwahrnehmung und der Fokus auf den Moment gehören zu den mentalen Aspekten.